Unraid oder TrueNAS: Paritäts-Array mit Lizenz oder kostenloses ZFS?
Preise abgefragt: · Veröffentlicht: · Preisverlauf seit 26.10.2026
Kurz beantwortet
Unraid kostet laut Hersteller einmalig ab 49 US-Dollar und legt jede Datei auf eine einzelne Platte, geschützt durch Parität; unterschiedlich große Platten lassen sich mischen, solange keine größer ist als die Paritätsplatte. TrueNAS Community Edition ist kostenlos und nutzt ZFS-Pools, in denen jede Platte eines vdev nur so viel zählt wie die kleinste.
Unraid oder TrueNAS: zwei Wege zum Homeserver
Unraid und TrueNAS installieren Sie beide auf eigener Hardware. Unraid läuft laut eigener Dokumentation auf nahezu jedem 64-Bit-x86-System, für TrueNAS nennt iXsystems eine Mindestausstattung mit einem 64-Bit-Prozessor von Intel oder AMD. Der erste Unterschied ist der Preis: Lime Technology verkauft Unraid in drei Lizenzstufen als Einmalkauf. TrueNAS Community Edition ist laut iXsystems die kostenlose Open-Source-Ausgabe von TrueNAS für Nutzer ohne Enterprise-Vertrag.
Der zweite Unterschied liegt darin, wie die Platten zusammenarbeiten. Unraid speichert jede Datei auf einer einzelnen Platte und sichert das Array mit einer oder zwei Paritätsplatten ab; klassisches RAID fasst dagegen mehrere Platten zusammen, um die Leistung zu steigern, so beschreibt es Unraid selbst. TrueNAS legt Speicherpools aus ZFS-vdevs an, also aus Spiegeln oder RAIDZ. Daraus folgen die Fragen, an denen sich die Wahl im Alltag entscheidet: wie frei Sie Plattengrößen mischen können, wie der Speicher später wächst und was beim Tausch einer Platte passiert.
Ob sich Unraid lohnt oder TrueNAS als kostenlose Alternative zu Unraid reicht, hängt deshalb nicht allein vom Lizenzpreis ab. Es hängt davon ab, welche Platten Sie schon besitzen und in welchen Schritten Ihr Speicher wachsen soll. Die Abschnitte unten stellen die Regeln beider Hersteller nebeneinander, so wie wir sie in deren Dokumentation gelesen haben.
Ein Urteil über Geschwindigkeit fällt diese Seite nicht. Einen zitierfähigen Test, der Unraid und TrueNAS auf derselben Hardware misst, haben wir nicht gefunden. Unraids Dokumentation führt zwar Geschwindigkeitsbereiche für Array und Pools auf, das sind aber Angaben des Herstellers zu seinem eigenen System und kein Vergleich; wir geben sie hier nicht wieder.
Unraid vs. TrueNAS im Vergleich
| Merkmal | Unraid | TrueNAS Community Edition |
|---|---|---|
| Lizenz und Kosten | Einmalkauf laut Unraid: Starter 49, Unleashed 109, Lifetime 249 US-Dollar; Updates 1 Jahr (Starter, Unleashed) oder auf Lebenszeit (Lifetime) | Kostenlos, Open Source |
| Grenzen der Lizenz | Starter bis 6 angeschlossene Speichergeräte; Unleashed und Lifetime unbegrenzt, Array bis 30 Geräte (28 Daten, 2 Parität) | Keine Lizenzstufen |
| Speicherprinzip | Paritäts-Array, jede Datei auf einer Platte; daneben Pools für Apps, VMs und Zwischenspeicher | ZFS-Pools aus vdevs (Spiegel oder RAIDZ) |
| Dateisystem | Array-Platten standardmäßig XFS, einzeln verwaltete ZFS-Platten im Array möglich; Pools standardmäßig BTRFS, ZFS seit 6.12 | ZFS |
| Unterschiedlich große Platten | Möglich; keine Datenplatte größer als die kleinste Paritätsplatte | Möglich, im vdev zählt aber jede Platte nur mit der Kapazität der kleinsten |
| Erweitern | Einzelne Platte ins Array, gleich groß oder kleiner als die Parität | RAIDZ-vdev um einzelne Platten (seit 24.10) oder ein weiteres vdev |
| ECC-RAM | Keine Aussage in den gelesenen Unraid-Dokumenten | Laut TrueNAS von den meisten Nutzern dringend empfohlen; viele Systeme laufen ohne |
| Mindest-Hardware | Nahezu jedes 64-Bit-x86-System; keine RAM-Mindestmenge in den gelesenen Dokumenten | 2 Kerne (Intel 64-Bit oder AMD x86_64), 8 GB RAM, 16-GB-SSD als Boot-Laufwerk, zwei gleich große Laufwerke |
| Boot | USB-Stick mit eindeutiger GUID; ab 7.3 auch internes Boot-Laufwerk | SSD als eigenes Boot-Laufwerk |
| Version (gelesen am 26.10.2026) | Unraid 7.3.4 vom 22.10.2026 | Für allgemeine Nutzer empfohlen: 25.10.7 |
Die TrueNAS-Angaben auf dieser Seite stammen aus der Dokumentation zu Version 25.10; iXsystems empfiehlt 25.10.7 auf seiner Statusseite für die Nutzergruppe „General“, also für ausgereifte, praxiserprobte Software (Stand 26.10.2026). Wer nach Unraid oder TrueNAS SCALE sucht, vergleicht heute mit der Community Edition: Seit Version 25.04 heißt TrueNAS SCALE offiziell TrueNAS Community Edition, und TrueNAS CORE wird laut iXsystems nicht mehr aktiv entwickelt. Wie die Namen zusammenhängen und was iXsystems an Fertiggeräten anbietet, erklärt der Vergleich TrueNAS oder Synology.
Unraid-Preise: Lizenz, Updates und Gerätegrenzen
Unraid verkauft drei Lizenzen, jeweils als Einmalkauf mit unbefristeter Lizenz. Die Preise nennt Unraid auf seiner Kaufseite in US-Dollar, ohne Hinweis auf die Mehrwertsteuer und ohne Datum. Wir geben sie so wieder, wie Unraid sie nennt, und rechnen sie nicht um. Datiert ist das Preismodell durch Unraids Blogbeitrag vom 20. März 2024.
- Starter: 49 US-Dollar, 6 Geräte, 1 Jahr Updates.
- Unleashed: 109 US-Dollar, unbegrenzt viele Geräte, 1 Jahr Updates.
- Lifetime: 249 US-Dollar, unbegrenzt viele Geräte, Updates auf Lebenszeit.
Nach dem ersten Jahr kostet die Verlängerung für Starter und Unleashed laut Unraid 36 US-Dollar pro Jahr; Lifetime hat keine Verlängerungsgebühr. Die Verlängerung ist optional. Ohne sie behalten Sie die Lizenz und können die installierte Unraid-Version unbegrenzt weiter nutzen. Erreicht diese Unterversion ihr Supportende, bekommt sie aber keine Sicherheits-Patches und Fehlerbehebungen mehr. Laut Unraid endet die Pflege der ältesten noch unterstützten Unterversion, sobald eine neuere Unter- oder Hauptversion öffentlich erscheint, auch als Beta oder Release Candidate.
Die Lizenzstufe begrenzt auch den Speicher. Starter erlaubt bis zu 6 Geräte im paritätsgeschützten Array, die Parität eingerechnet, bis zu 6 benannte Pools und insgesamt bis zu 6 angeschlossene Speichergeräte. Unleashed und Lifetime erlauben bis zu 30 Array-Geräte, davon 28 Daten- und 2 Paritätsplatten, bis zu 34 Pools mit je bis zu 200 Geräten und unbegrenzt viele angeschlossene Speichergeräte.
Als angeschlossen zählt Unraid alle Speichergeräte, die vor dem Start des Arrays vorhanden sind, mit Ausnahme eines eMMC-Geräts und eines USB-Geräts. Nach unserem Verständnis gehören damit auch SSDs in Pools dazu: Sechs Festplatten und eine Cache-SSD wären nach dieser Lesart sieben Geräte. Hängen mehr Geräte am System oder sind mehr zugewiesen, als der Lizenzschlüssel erlaubt, startet das Array laut Unraid nicht.
Wer später mehr braucht, wertet gegen eine einmalige Gebühr auf: von Starter auf Unleashed für 69 US-Dollar, von Starter auf Lifetime für 209 US-Dollar und von Unleashed auf Lifetime für 149 US-Dollar. Die Lizenz kaufen Sie bei Unraid auf dessen Kaufseite; Unraid-Lizenzen führen wir in unserem Amazon.de-Katalog nicht.
Unraids neues Preismodell: die Preiserhöhung von 2024 und alte Lizenzen
Unraid kündigte das heutige Preismodell am 20. März 2024 an und nannte den 27. März 2024 als geplanten Start; bis zu diesem Tag konnte man die alten Lizenzen Basic, Plus und Pro noch kaufen. Für deren Inhaber gelten die Änderungen laut Ankündigung nicht: Sie erhalten weiter Updates auf Lebenszeit.
Was die alten Lizenzen kosteten, hat heise im Februar 2024 festgehalten: Basic mit bis zu sechs angeschlossenen Geräten 59 US-Dollar, Plus mit bis zu zwölf Geräten 89 US-Dollar und Pro ohne Gerätegrenze 129 US-Dollar, jeweils einmalig und mit Updates auf Lebenszeit. Lifetime solle im Wesentlichen den Umfang der bisherigen Pro-Lizenz liefern, schrieb heise, aber zu einem höheren Preis. Nebeneinander gestellt: Pro kostete laut heise 129 US-Dollar, Lifetime kostet laut Unraid 249 US-Dollar. Einen Prozentsatz für die Preiserhöhung leiten wir daraus nicht ab, weil heise die beiden Lizenzen nur als im Wesentlichen gleich beschreibt.
Wer eine alte Unraid-Lizenz besitzt, kann sie laut Lizenz-FAQ aufwerten: Basic auf Unleashed für 49 US-Dollar, Plus auf Unleashed für 19 US-Dollar, Basic auf Plus für 89 US-Dollar (dann bis zu 12 Geräte), Basic auf Pro für 139 US-Dollar und Plus auf Pro für 109 US-Dollar.
Unraid: Array oder Pool, und welches Dateisystem wofür?
Unraid kennt zwei Arten von Speicher. Das Hauptarray ist paritätsbasiert und unabhängig vom Dateisystem. Es wächst durch zusätzliche Platten, aber ohne Striping und ohne dass die Leistung mitwächst. Jede Datei liegt auf genau einer Platte, und wie schnell sie sich lesen lässt, hängt laut Unraid im Wesentlichen von dieser Platte ab. Gedacht ist das Array laut Unraid für Massenspeicher und Medienbibliotheken.
Daneben stehen Pools, in der Dokumentation auch Cache-Pools genannt: eine Gruppe aus einem oder mehreren Laufwerken, meist SSDs, die Daten zwischenspeichern, bevor sie ins Array verschoben werden, und die auch Docker-Container und virtuelle Maschinen aufnehmen. ZFS-Pools bieten in Unraid RAID 1 und RAID 10 sowie RAIDZ1, RAIDZ2 und RAIDZ3; als Einsatz nennt Unraid Apps, VMs und häufige Schreibzugriffe. Aus einem RAIDZ lassen sich keine Platten entfernen.
Wer eine Empfehlung für die Cache-SSD sucht, sollte zuerst an die Anzahl denken. Ein Pool aus nur einem Gerät hat keine Redundanz: Fällt es aus, sind alle Daten verloren, die noch nicht ins Array verschoben wurden. Unraid rät deshalb, für den Schutz mehr als ein Laufwerk im Pool zu verwenden. Eine Empfehlung zu SSD-Modell, Speichertyp oder Haltbarkeit haben wir in den gelesenen Unraid-Dokumenten nicht gefunden.
Welches Dateisystem? Neue Array-Platten formatiert Unraid standardmäßig mit XFS, und XFS ist laut Unraid für die meisten Nutzer die beste Wahl für Array-Platten. Für Pools mit mehreren Geräten unterstützt Unraid nur BTRFS oder ZFS; Standard für Pools ist BTRFS, ZFS steht dort seit Unraid 6.12 zur Verfügung. ZFS nennt Unraid als beste Wahl für leistungsorientierte Umgebungen, virtuelle Maschinen, Docker oder wenn Funktionen wie Snapshots gebraucht werden.
ZFS oder XFS im Array: Auch ZFS-Platten können im Array stehen, Unraid verwaltet sie dort aber einzeln. Sie bringen laut Unraid nicht die kombinierte Leistung, Redundanz oder Selbstheilung eines echten ZFS-Pools aus mehreren Platten. Beschädigte Daten erkennt ZFS auch auf einer einzelnen Platte und meldet sie, reparieren kann es sie dort aber nicht.
Unterschiedlich große Platten: Unraid-Array gegen ZFS-vdev
Hier liegt der größte praktische Unterschied zwischen beiden Systemen. heise beschreibt Unraid als System, das Festplatten unterschiedlicher Größe flexibel kombiniert, während sich bei RAID-Systemen der verfügbare Speicher am kleinsten Medium orientiert. Die Grenze im Unraid-Array setzt die Parität: Keine Datenplatte darf größer sein als die kleinste Paritätsplatte. Bei doppelter Parität sollen beide Paritätsplatten mindestens so groß sein wie die größte Datenplatte, dürfen untereinander aber verschieden groß sein.
Weil Unraid eine einzelne neue Datenplatte ins Array aufnimmt, solange sie gleich groß oder kleiner als die Paritätsplatten ist, kaufen Sie beim Ausbau Platte für Platte. Die Tabelle sortiert deshalb nach dem Preis einer Platte, nicht nach dem Preis pro TB. Sie zeigt neue Festplatten der Reihen IronWolf, WD Red Plus und WD Red Pro auf Amazon.de, deren CMR-Aufzeichnung ein Herstellerdokument für die genaue Teilenummer angibt; das sind derzeit 21 Angebote, das günstigste Angebot kostet 151,00 € (Stand 31.10.2026, 19:04 Uhr). Ob eine Platte zu Ihrem Array passt, entscheidet die Paritätsregel oben, nicht die Tabelle.
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Produkt | Teilenummer | Kapazität | Schnittstelle | €/TB | Zustand | Preis (inkl. MwSt.) | Bei Amazon.de ansehen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
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| WD Red Pro 2TB SATA 64MB Cache Internal 8,9cm 3,5Zoll 24x7 7200rpm optimized... | WD2002FFSX | 2 TB | SATA | 115,50 €/TB | NeuVerkäufer: SideQuest GmbH | 231,00 € | 231,00 €Bei Amazon.de ansehen |
| Seagate IronWolf Pro ST4000NT001 3.5" 4TB SATA | ST4000NT001 | 4 TB | SATA | 59,50 €/TB | NeuVerkäufer: KREADO LTD | 238,00 € | 238,00 €Bei Amazon.de ansehen |
| Seagate IronWolf 6 TB interne Festplatte NAS HDD | ST6000VN006 | 6 TB | SATA | 47,30 €/TB | NeuVerkäufer: KREADO LTD | 283,79 € | 283,79 €Bei Amazon.de ansehen |
| WD Red Plus interne Festplatte NAS 6 TB | WD60EFZX | 6 TB | k. A. | 56,25 €/TB | NeuVerkäufer: MarcMax GmbH | 337,48 € | 337,48 €Bei Amazon.de ansehen |
| Seagate IronWolf ST8000VN004 Festplatte 8TB intern 3.5" SATA 7200rpm 256MB P... | ST8000VN004 | 8 TB | SATA | 45,12 €/TB | NeuVerkäufer: cyberport | 360,95 € | 360,95 €Bei Amazon.de ansehen |
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| WD Red Pro interne Festplatte 6 TB | WD6003FFBX | 6 TB | SATA | 66,67 €/TB | NeuVerkäufer: Abato_Versand | 399,99 € | 399,99 €Bei Amazon.de ansehen |
| WD Red Plus interne Festplatte NAS 8 TB | WD80EFZZ | 8 TB | SATA | 51,27 €/TB | NeuVerkäufer: Wolf's PC&Hardware | 410,14 € | 410,14 €Bei Amazon.de ansehen |
| Seagate IronWolf 10TB NAS interne Festplatte HDD | ST10000VN0008 | 10 TB | SATA | 48,29 €/TB | NeuVerkäufer: KREADO LTD | 482,91 € | 482,91 €Bei Amazon.de ansehen |
| WD Red Pro interne Festplatte 8 TB | WD8003FFBX | 8 TB | SATA | 60,44 €/TB | NeuVerkäufer: MarcMax GmbH | 483,53 € | 483,53 €Bei Amazon.de ansehen |
| Seagate IronWolf Pro 10 TB | ST10000NT001 | 10 TB | SATA | 49,61 €/TB | NeuVerkäufer: KREADO LTD | 496,09 € | 496,09 €Bei Amazon.de ansehen |
k. A. = keine Angabe des Händlers. Preise inkl. MwSt.
Jede Zeile der Tabelle nennt Titel, Teilenummer und Preis; eine Empfehlung von Unraid oder iXsystems für das jeweilige Modell ist sie nicht. Eine Rangliste nach Preis pro TB finden Sie unter NAS-Festplatten-Empfehlung.
Bei TrueNAS begrenzt ein vdev alle Platten auf die nutzbare Kapazität der kleinsten. Eine 8-TB-Platte in einem vdev aus 4-TB-Platten bringt dort also nur 4 TB ein. Dieselbe Regel gilt für ZFS-Pools unter Unraid: Unraid behandelt alle Platten eines RAIDZ-vdev so, als hätten sie die Größe der kleinsten, und empfiehlt gleich große Platten je vdev. Ein RAIDZ-vdev lässt sich in der Unraid-Weboberfläche ab Version 7.2 um eine einzelne Platte erweitern, unter 7.1.x nur über die Kommandozeile.
Wie viel nutzbarer Platz bei Ihrer Plattenzahl bleibt, rechnet der RAID-Rechner für Spiegel und RAIDZ aus; er nennt auch die Größenregel für Unraids Paritätsplatte.
Unraid: Festplatte hinzufügen, tauschen oder aus dem Array entfernen
Festplatte hinzufügen: Eine neue Datenplatte muss gleich groß oder kleiner als die Paritätsplatten sein. Wer eine größere Platte einsetzen will, ersetzt zuerst die Parität durch die größere Platte und nutzt die alte Paritätsplatte danach als Datenplatte. Bevor eine Platte in ein paritätsgeschütztes Array kommt, muss sie genullt sein, also vollständig mit Nullen beschrieben und mit einer Signatur markiert. Unraid erledigt das selbst, das Array bleibt dabei online. Ein Pre-Clear vorab ist mit einem optionalen Plugin möglich, dauert laut Unraid aber deutlich länger.
Festplatte ersetzen: Fällt eine Datenplatte aus, emuliert Unraid sie aus der Parität und den übrigen Platten und baut die Ersatzplatte daraus neu auf. Die Ersatzplatte muss mindestens so groß sein wie die ausgefallene, darf aber nicht größer sein als die kleinste Paritätsplatte. Ist sie größer als die Parität, sieht Unraid einen Paritätstausch vor (Parity Swap). Während des normalen Neuaufbaus bleibt das Array nutzbar.
Festplatte aus dem Array entfernen: Zuerst verschieben Sie die Daten von der Platte und stoppen das Array. Dann setzen Sie die Array-Konfiguration über Tools > New Config zurück und wählen dabei die Option, alle bisherigen Zuweisungen beizubehalten. Danach heben Sie die Zuweisung der Platte auf und starten das Array, ohne „Parity is valid“ anzukreuzen; die Parität wird dann neu berechnet. Bis dieser Abgleich fertig ist, ist das Array laut Unraid anfällig für Datenverlust. Es gibt auch einen Weg, bei dem die Parität gültig bleibt, weil die Platte vorher genullt wird; Unraid nennt ihn fortgeschritten und von Lime Technology nicht offiziell unterstützt.
TrueNAS: Festplatte hinzufügen, ersetzen und erweitern
Seit TrueNAS 24.10 lässt sich ein bestehendes RAIDZ-vdev um einzelne Platten erweitern. Die Ausfalltoleranz des RAIDZ bleibt dabei unverändert. Bereits gespeicherte Daten behalten ihr bisheriges Verhältnis von Daten zu Parität; die angezeigte Kapazität kann deshalb unter der eines neu angelegten vdev bleiben.
Der zweite Weg ist ein weiteres vdev im selben Pool. ZFS vergrößert damit Kapazität oder Leistung des Pools. Wer einen Pool um einen Spiegel erweitert, muss laut TrueNAS ein Daten-vdev vom selben Typ wie die vorhandenen hinzufügen.
Festplatte ersetzen und den Pool mit größeren Platten vergrößern: Weil die kleinste Platte das vdev begrenzt, bringen größere Platten erst mehr Platz, wenn alle Platten des vdev getauscht sind. TrueNAS beschreibt das als Tausch einer Platte nach der anderen. Nach jedem Tausch warten Sie, bis das Resilvering abgeschlossen ist, bevor Sie die nächste ersetzen. Nach dem letzten Tausch vergrößert TrueNAS den Pool nicht automatisch; die Vergrößerung stoßen Sie selbst über „Expand“ an.
Gegenübergestellt: Unraid nimmt eine einzelne Datenplatte ins Array auf, solange sie nicht größer ist als die Parität. TrueNAS erweitert ein RAIDZ-vdev ebenfalls Platte für Platte, rechnet jede Platte aber nur mit der Größe der kleinsten im vdev.
ECC-RAM bei Unraid und TrueNAS
TrueNAS äußert sich im Hardware-Leitfaden zu 25.10 ausführlich. ECC-RAM erkennt und korrigiert Bitfehler im Arbeitsspeicher; ist ein Fehler nicht korrigierbar, hält das System an, statt mit fehlerhaften Bits weiterzuarbeiten. Die meisten Nutzer empfehlen ECC-RAM laut TrueNAS dringend als zusätzlichen Schutz der Datenintegrität, viele TrueNAS-Systeme laufen aber täglich ohne ECC. Eine Pflicht nennt TrueNAS dort nicht. Außerdem unterstützt nicht jede CPU und nicht jedes Mainboard ECC-RAM.
Eine Aussage von Unraid zu ECC-RAM haben wir in den gelesenen Unraid-Dokumenten nicht gefunden, weder in den Seiten zum Einstieg, zu Dateisystemen und ZFS noch in denen zu Pools und Array. Für Unraid können wir ECC deshalb weder als empfohlen noch als unnötig beschreiben. Die fertigen TrueNAS-Mini-Geräte liefert iXsystems laut Produktseite mit ECC-RAM aus.
Welche ECC-Module es gibt und worin sie sich unterscheiden, behandeln DDR5-ECC-RAM und Server-RAM. Ob ein Modul in Ihr Mainboard passt, steht in dessen Spezifikation.
Hardware-Empfehlung für Unraid: was Unraid und TrueNAS verlangen
Unraid läuft laut eigener Dokumentation auf nahezu jedem 64-Bit-x86-System und verwaltet Platten über IDE, SATA oder SAS, auch in unterschiedlichen Größen. Eine Mindestangabe für Arbeitsspeicher oder Prozessortakt haben wir in den gelesenen Unraid-Dokumenten nicht gefunden. Eine Einkaufsliste für einen Unraid-Server stellen wir deshalb nicht auf; prüfen Sie vor allem die Zahl der Anschlüsse, denn die Lizenzstufe zählt die angeschlossenen Speichergeräte.
TrueNAS nennt in der Dokumentation zu 25.10 eine feste Untergrenze: einen 64-Bit-Prozessor von Intel oder AMD mit 2 Kernen, 8 GB Arbeitsspeicher, eine 16-GB-SSD als Boot-Laufwerk und zwei gleich große Laufwerke für einen Speicherpool. Für Controller gibt TrueNAS eine klare Anweisung: Beherrscht eine Hardware-RAID-Karte einen HBA-Modus, soll man ihre RAID-Funktion nicht nutzen. Was der IT-Modus eines Controllers bedeutet, erklärt unsere englische Seite HBA im IT-Modus.
Welcher USB-Stick für Unraid, und wann es ohne geht
Unraid startet von einem USB-Stick oder, ab Version 7.3, von einem unterstützten internen Boot-Laufwerk; auch zwei gespiegelte interne Boot-Laufwerke sind möglich. Für die Ersteinrichtung eines neuen Servers brauchen Sie auch bei internem Boot einen USB-Stick.
Für den USB-Boot verlangt Unraid einen hochwertigen Stick beliebiger Größe mit eindeutiger GUID, denn die GUID identifiziert den Stick für die Lizenz. Ein Stick ohne eindeutige GUID lässt sich nicht registrieren. Bei der Markenwahl warnt Unraid, dass bekannte Marken wie SanDisk, Kingston und Samsung oft gefälscht werden. TeamGroup, Transcend und PNY gelten laut Unraid in der Community als zuverlässig mit eindeutiger GUID; das ist die Einschätzung der Community, wie Unraid sie wiedergibt, kein Test. Ob USB 2.0 oder USB 3.0 besser geeignet ist, dazu haben wir in den gelesenen Unraid-Dokumenten keine Angabe gefunden.
Ab Unraid 7.3 lässt sich die Lizenz statt an den USB-Stick an ein TPM-2.0-Modul binden, das Unraid erkennen muss. Die Lizenz bleibt dann gültig, wenn Sie die Boot-Hardware wechseln. Pflicht ist der Umstieg auf TPM laut Unraid nicht. Die neueste stabile Version, deren Versionshinweise wir am 26.10.2026 gelesen haben, ist Unraid 7.3.4 vom 22.10.2026; Unraid rät dort allen Nutzern zum Update.
Welche Festplatten für Unraid? Parität, CMR und SMR
Aus der Größenregel folgt Unraids eigener Rat für die Planung: die größten Platten für die Parität nehmen, damit spätere Erweiterungen nicht an dieser Grenze scheitern. Kaufen Sie später eine Platte, die größer ist als die Parität, tauschen Sie zuerst die Parität gegen diese Platte und verwenden die alte Paritätsplatte als Datenplatte weiter.
Zu SMR-Festplatten haben wir in den gelesenen Unraid-Dokumenten keine Aussage gefunden. TrueNAS ist deutlich: SMR-Platten bieten mehr Speicherdichte als CMR-Platten, schreiben und überschreiben aber langsamer und können beim Resilvering instabil werden oder Daten verlieren. Für ZFS hält TrueNAS sie deshalb für schlecht geeignet. Aus diesem Grund zeigt die Tabelle oben nur Platten, deren CMR-Aufzeichnung für die Teilenummer belegt ist.
Wie Sie CMR und SMR an der Teilenummer auseinanderhalten, erklärt CMR oder SMR. Worauf es bei NAS-Platten allgemein ankommt, steht auf NAS-Festplatten.
Häufige Fragen
Gibt es eine Testversion von Unraid?
Ja. Unraid bietet laut Kaufseite eine 30-tägige Testphase ohne Kreditkarte an. Laut Lizenz-FAQ hat die Testlizenz den vollen Funktionsumfang ohne Begrenzung der Speichergeräte und lässt sich um 15 Tage verlängern; nach zwei Verlängerungen gewährt Unraid keine weitere.
Kann ich eine gebrauchte Unraid-Lizenz kaufen?
Eine Regel zum Weiterverkauf an eine andere Person haben wir in Unraids Lizenz-FAQ nicht gefunden; dort steht nur, dass alle Lizenzen pro Server gelten. Geregelt ist der Umzug auf ein neues Boot-Gerät: Der erste ist jederzeit möglich, weitere über das automatische System einmal alle 12 Monate. Ob ein Kauf aus zweiter Hand funktioniert, können wir deshalb nicht sagen.
Warum steht in älteren Artikeln, Starter erlaube nur vier Geräte?
Im Februar 2024, bevor Unraid Preise veröffentlicht hatte, nannte heise für Starter vier angeschlossene Geräte. In der Ankündigung vom 20. März 2024 nannte Unraid sechs Geräte, und so stand es auch auf der Kaufseite, als wir sie am 26.10.2026 gelesen haben.
Wie lange dauert der Neuaufbau einer Platte?
In den gelesenen Dokumenten nennt keiner der beiden Hersteller eine feste Dauer. Unraid schreibt, der Neuaufbau könne mehrere Stunden dauern, je nach Plattengröße und Systemauslastung, und das Kopieren der Parität bei einem Paritätstausch viele Stunden, je nach Plattengröße. Während des normalen Neuaufbaus bleibt das Array nutzbar, außer im Wartungsmodus; beim Kopieren der Parität ist es nicht erreichbar. TrueNAS schreibt nur, dass das Resilvering bei Pools mit großen Datenmengen lange dauern kann.
Quellen
- Unraid (Lime Technology): Unraid OS kaufen (Kaufseite, Ziel von unraid.net/pricing und unraid.net/de/preis), abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): New Unraid OS License Pricing, Timeline, and FAQs (20.03.2024), abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid Docs: Licensing FAQ, abgerufen am 26.10.2026
- heise online (Dirk Knop): Homeserver Unraid wechselt auf Abo-Modell (20.02.2024), abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid Docs: Arrays, abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid Docs: File systems, abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid Docs: ZFS storage, abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid Docs: Cache pools, abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid Docs: Adding disks to array, abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid Docs: Replacing disks in array, abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid Docs: Removing disks from array, abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid Docs: Getting started, abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid Docs: Quick install guide, abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid Docs: Create your bootable media, abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid Docs: TPM licensing FAQ, abgerufen am 26.10.2026
- Unraid (Lime Technology): Unraid OS 7.3.4 Release Notes (22.10.2026), abgerufen am 26.10.2026
- heise online, heise+ (Thomas Joos): Ausfallsicherheit und mehr Platz: Heimserver mit Unraid aufsetzen (05.11.2024, frei lesbarer Teil), abgerufen am 26.10.2026
- iXsystems (TrueNAS Blog): Say Hello to TrueNAS Community Edition: The Future of Open Storage Starts Now (15.05.2025), abgerufen am 26.10.2026
- iXsystems (TrueNAS): TrueNAS Software Status, abgerufen am 26.10.2026
- iXsystems (TrueNAS Documentation Hub): Hardware Guide (TrueNAS 25.10), abgerufen am 26.10.2026
- iXsystems (TrueNAS Documentation Hub): Managing Pools (TrueNAS 25.10), abgerufen am 26.10.2026
- iXsystems (TrueNAS): TrueNAS Mini, abgerufen am 26.10.2026